Thurgauerzeitung
Mit zehn Männern und fünf Frauen steigen die Sozialdemokraten in den Wahlkampf für das Gemeindeparlament. Die Partei prüft Listenverbindungen mit den Freien Grünen und der Gruppierung «Jung&Aktiv».
CHristof Lampart
weinfelden. Den Entscheid, eine Listenverbindung mit den Freien Grünen anzustreben, fällten die Sozialdemokraten am Mittwochabend im Restaurant Eisenbahn nach der Jahresversammlung der SP Weinfelden und Umgebung. Ebenso wollen die Sozialdemokraten auch die Gruppierung «Jung & Aktiv» um eine Listenverbindung anfragen.
Zwar sei man dann wahrscheinlich der kleinere Partner, was sich bei der Verteilung der Restmandate eher positiv für «Jung & Aktiv» auswirken könnte, doch sei ein Zweckbündnis wohl auch ein Weg, um mehr junge Wähler für die SP-Politik zu begeistern.
Der SP-Wahlausschuss wird mit «Jung & Aktiv» das Gespräch suchen.
«Neuer Rückenwind»
Die Listenverbindung könnte sich jedoch auch für die Sozialdemokraten in Weinfelden lohnen. Zwar verspüre man in der Sektion, so Präsident Walter Strasser, einen «neuen Rückenwind», doch seien die drei Parlamentssitze, welche die SP momentan innehabe, keineswegs sicher. Man wolle zwar ein zusätzliches, viertes Mandat hinzu gewinnen, doch damit sei man nicht allein.
Immerhin habe die CVP deutlich gemacht, dass sie einen sechsten Sitz anstrebe, und von den anderen Parteien könne man ähnliche Ziele erwarten. «Und von irgendwoher muss dieser Sitz dann ja kommen. Da ist es nicht auszuschliessen, dass das vielleicht ein Sitz von uns sein könnte, wenn wir nicht aktiv Wahlwerbung machen», meinte ein Mitglied lakonisch.
CVP nimmt Geld in die Hand
Auch Gemeinderätin Heidi Güttinger warnte, sie wisse aus sicherer Quelle, dass die CVP viel Geld für den Wahlkampf in die Hand nehme – nannte jedoch keine konkreten Zahlen. Nicht zuletzt wegen dieser Voten wurde beschlossen, dass der zuvor vom Wahlausschuss gefasste Vorsatz, nämlich nur minimal Geld für den Wahlkampf auszugeben, noch einmal überdacht werden soll.
Ursprünglich wollte die SP auf Inserate und Plakate verzichten und lediglich einen Flyer an alle Haushalte verschicken.
Denn rein finanziell nagen die Genossinnen und Genossen aus Weinfelden nicht am Hungertuch, konnten sie doch auch im Jahr 2010 eine praktisch ausgeglichene Rechnung und ein Vermögen von über 18 600 Franken ausweisen. Auch personell geht es mit der SP aufwärts, konnte sie doch im 2010 mit neun Mitglieder auf 47 zulegen.
Vorstand einstimmig bestätigt
Nicht nur der bisherige Vorstand um Präsident Walter Strasser wurde einstimmig im Amt bestätigt: Mit dem Gemeindeparlamentskandidaten Samuel Bosshart wurde auch ein junges Parteimitglied in den Vorstand gewählt, das sich spontan zur Wahl stellte. Vor 19 Mitgliedern sowie dem amtierenden SP-Grossrats-Präsidenten Walter Hugentobler, Matzingen, ging die Nominierung unkonventionell und zügig über die Bühne.
Die zehn anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich vor, indem sie sich auf Fotos präsentierten. Und zwar an Weinfelder Orten, die etwas über die politischen Prioritäten der Personen aussagten. Dabei wurden Themen wie Abfallbeseitigung, Integration, Kulturförderung, Energie- und Raumplanung ins «linke» Bild gesetzt. Auf der Nominationsliste sind zuerst die drei Bisherigen (Streuli, Knill und Hagen) aufgeführt.
Danach kommen jene, welche den vierten Sitz für die SP holen wollen und am Schluss die «Listenfüller».
Raus zu den Leuten
Walter Hugentobler betonte in seiner Grussadresse, dass die SP vermehrt den Kontakt zu den Leuten suchen müsse: «Wir müssen raus zu den Leuten, denn wir sind Volksvertreter. Die Leute trifft man in der Beiz, im Laden und in den Vereinen. Und dort müssen wir auch sein.
Es ist immer noch so, dass alles bei uns viel Arbeit und Aufwand braucht, um einen Schritt weiter zu kommen, aber wir dürfen diesen Aufwand nicht scheuen, wenn wir uns für einen sozial gerechten Thurgau einsetzen wollen», so Hugentobler.






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